Angstkrank?

 

 

 

 

"Es braucht viel Mut,
Angst zu spüren."

tries - © gyde callesen


Weißt du, wie es ist, gefangen zu sein in der eigenen Angst?

Weißt du, wie es ist, sie nicht mehr verlassen zu können - die Festung der Angst?


Kannst du dir vorstellen, hinter einer Grenze zu leben, die niemand sehen kann und die doch da ist? So mächtig, so stark.

 

Weißt du, was es heißt, das Vertrauen zu verlieren? In deinen Körper, in deine Gefühle, in andere Menschen, in das Leben? Den Boden unter den Füßen und die Hoffnung auf eine gute Zukunft zu verlieren.

 

Weißt du, wie es ist, sich mitten in die Angst zu werfen, in der Hoffnung, sie würde dann verschwinden?

 

Weißt du, wie es ist, wenn die Angst nicht mehr geht? Wenn sie bleibt, stundenlang, tagelang, wochenlang, jahrelang? Wenn die Angst dein ständiger Begleiter ist.

 

Weißt du, wie es ist, wenn du merkst, dass dein Wille und deine Kraft nicht ausreichen, dass die Angst geht? Dass dein Mut deine Angst nicht bezwingen kann?

 

Weißt du, wie es ist, immer wieder zu hoffen, weiterzugehen, zu kämpfen um ein Leben ohne diese übermächtige Angst? Und immer wieder zu scheitern, zurückgeworfen zu werden, nicht anzukommen? Wie es ist, immer ein Trotzdem zu sein, sich immer wieder selbst Mut und Hoffnung zu machen?

 

Kannst du dir vorstellen, von deiner Quelle abgeschnitten zu werden durch die Angst? Nicht mehr dorthin fahren zu können, wo das Leben dir am nächsten war? Nicht mehr ans Meer, in die Berge, nach Hause fahren zu können. Weil du gar nicht mehr fahren kannst, weil die Angst zu groß ist.

 

Weißt du, wie es ist, immer zu bleiben, wenn alle anderen wegfahren? Wie es ist, nicht mehr die Wahl zu haben? In einem unsichtbaren Gefängnis zu leben? Mal mehr und mal weniger gut.

 

Kannst du dir vorstellen, dass irgendwann die Verzweiflung zu groß wird?

Dann, wenn die Hoffnung schwindet und die Resignation wächst.

 

Weißt du, wie hart es ist, immer wieder diesen Schmerz in sich zu spüren angesichts dessen, was alles nicht mehr geht? Die heiße Sehnsucht in sich brennen zu fühlen, nach einem Leben ohne diese riesige Angst?

 

Weißt du, wie schwer es ist, nicht einfach aufzugeben? Nicht dem Pfad von Resignation und Kapitulation zu folgen? Trotzdem weiterzugehen?